Liebchen weißt, warum die Brust mir
schmücket ein grün-goldnes Band?
Ewig grüne unsre Liebe;
blühe bis zum Grabesrand;
auch sei sie wie Gold so reine,
fest in Treue echt und wahr.
Erst nach jahrelangem Wandern |: flecht ich Dir die Myrth´ ins Haar. :|
Wenn der Lenz im grünen Kleide
sangesfroh die Welt durchzieht,
schmück ich Dich mit weißen Blüten
und sing Dir mein Hochzeitslied.
Goldgelocktes Liebchen jauchze,
keine Sorgen es mehr gibt,
wenn Dich treu und frei auf ewig |: ein Aenanenbursche liebt. :|
Grün-Weiß-Gold,
in diesen Farben
schau ich alles, was mir lieb;
Freunde, die mich rein umwarben,
Freunde, die ins Herz ich schrieb.
Treu um Treue drum der Fahne,
unter der ich glücklich war,
und so bleib ich stolz Aenane,
|: treu und frei auf immerdar! :|
Ertöne laut und brause durch die Lande,
als ein echter, freier deutscher Brudergruß
von unsern Bergen bis zum Meeresstrande,
vom Inn bis hin zum fernen Eiderfluß.
Wir alle sind ergeben
in unserem Tun und Streben,
|: wir Bundesbrüder der Aenania,
Dir teures Vaterland Germania. :|
Gar kräftig schwillt der Inn in seinen Wogen
und braust einher gleich einem Hochgesang;
im Kampfe ward er mächtig großgezogen,
bis siegend er entflieht dem Bergeszwang.
So müssen wir auch ringen,
soll uns der Kampf gelingen. |: Es paßt in unsre Freundesreihen schlecht, wer nicht für Tugend einsteht und für Recht. :|
Ein schön Gewand, smaragden, sonnenhelle,
umblitzt den Inn, er scheint ein Edelstein.
Man schauet tief durch die kristallne Welle
bis in des Stromes silbern Herz hinein.
Darum dient er uns zum Bilde
in unserem Wappenschilde, |: und wie sein Wasserspiegel hell und klar, sei unser Sinnen, offen, treu und wahr. :|
Der Himmel mag mit Wolken sich umziehen,
der Sünder nur erbebt beim Weltgericht;
und ob auch krachend tausend Blitze sprühen,
wir stehen felsenfest und zittern nicht.
Im Glauben und im Lieben
nur ewig treu geblieben,
|: dann schaut mit Freuden auf Aenania
das teure Vaterland Germania. :|
Lasst, ihr buntbemützten Scharen, schallen euren Festgesang:
Aus dem Liede der Scholaren töne laut der Freiheit Klang!
Singet deutscher Art zum Preise drum ein echtes Burschenlied, |: durch dess' Wort und durch dess' Weise frisch der Hauch der Freiheit zieht! :|
Singt zum Preise eurer Farben, die der Schönheit Glanz verklärt!
Was die Neider dran verdarben, nicht des Scheltens ist es wert.
Unsre Farben, die wir tragen, schmücken unsere Ehre Schild, |: sind nach außen drum geschlagen, weil's ihn blank zu halten gilt! :|
Greift die Freundschaft hoch zu preisen in die Saiten tief und voll:
Freundschaft muss die Losung heißen, wenn der Bund bestehen soll.
Deutsche Freundschaft sich bewähret, sie ist treu bis in den Tod, |: und die Liebe sie verkläret, wie den Fels das Abendrot. :|
Auf die Augen zu den Sternen, auf den Blick zum Himmelszelt,
wo ein Gott in heil'gen Fernen eures Bundes Banner hält!
Auf zum heil'gen Fahneneide, hebt die Bruderhand und schwört, |: dass dem Gott im Sternenkleide ewig euer Herz gehört! :|
Tretet her ihr Musensöhne, an des Wissens heil'gen Born:
Schöpft das Gute, trinkt das Schöne aus der Weisheit Wunderhorn!
Bringt der Schönheit eure Liebe als ein reines Opfer dar, |: legt des Herzens beste Triebe auf der Wahrheit Hochaltar! :|
Reicht die Hand euch, ihr vom Rheine, ihr vom Neckar, ihr vom Main,
ihr vom schroffen Alpensteine, ihr vom grünen Eichenhain!
Euer Burschenwort zum Pfande lasst es schallen himmelwärts! |: Unserm deutschen Vaterlande unsre Hand und unser Herz! :|
Wißt ihr was zu allen Stunden
Stolz und Wonne mir erwarb,
was ich ewig treu empfunden,
ob auch Lieb und Freundschaft starb?
Meine Heimat ist die schöne,
die mir traut im Herzensgrund! |: Denk ich ihrer, strömen Töne, klingen Lieder mir vom Mund. :|
Wo die Isarwellen rauschen
durchs Geröll mit wilder Macht,
wo noch freie Männer hausen
und der grimme Löwe wacht,
wo umschwärmt von Musentänzen,
lichte Banner weiß und blau, |: durch die Lüfte weithin glänzen, raget Münchens Wunderbau. :|
Wenn ein Türmepaar mir winket,
wie ich keines je ersah,
wenn die helle Wiese blinket,
wo mich grüßt Bavaria,
wenn die Maid mir mit dem Sohne
nickt von hoher Säule zu, |: ruf ich: "Aller Städte Krone: München, München bist nur du!" :|
Und so lang, voll Lust zu schauen,
Petri Turm beim Markte steht,
so lang drunten durch die Auen
noch die grüne Isar geht
so lang noch Zecherheere
wallen hin zum Hofbräuhaus, |: stirbt dein Ruhm und deine Ehre, frohes München, nimmer aus! :|
München, Stadt am Isarstrande,
Bayernlandes schönste Zier,
weltbekannt im ganzen Lande
wegen deinem guten Bier.
Wer die Weißwurst nie gegessen,
wer das Hofbräuhaus nicht kennt, |: im Englisch´Garten nie gesessen, der war in München nie Student. :|
Feierlieder, schallt hernieder,
tönet durch die weite Welt! |: Denn in dieser Feierstunde
werden unserm trauten Bunde neue, neue Kräfte zugesellt.:|
Laß Dir reichen nun zum Zeichen,
was den Bund nach außen ziert: |: dieses Band, das uns verbindet,
das der Außenwelt verkündet, was uns, was uns hier zusammenführt.:|
Wir begrüßen und umschließen,
Bruder, Dich nach Bruderart. |: Nicht ein Freundschaftsbund alleine,
Brüder sind wir im Vereine, um ein, um ein edles Band geschart.:|
Hebt die Becher, wackre Zecher,
stoßt auf's Wohl des Bruders an! |: Ewig soll der Bund bestehen,
nie Aenania untergehen, trotz der, trotz der Zeiten leeren Wahns.:|
Winfridia Grün-rot-gold sind unsre Farben
Liebchen das ist meine Lust
Grün bedeutet Jugendfrohsinn, rot die Lieb in unsrer Brust.
Und in ewig goldner Treue
Schlagen unsere Herzen Dir Drum mein einzig holdes Mädchen
Nur Winfridia sei’s Panier
Ferdinandea Nur schwarz-weiß-orange ich wollte
Farben, die mir lieb und traut
Sollst sie ewig tragen holde,
schmucke Ferdinandenbraut.
Durch der schwarzen Lockenwelle
Flicht mit Deiner weißen Hand
Liebchen willst Du mir gefallen
In orange dein schönstes Band.
Helvetia Monacensis Wo die Kunst im deutschen Grunde Ihre Musenstätte hat,
lebt der Bursch vom Schweizer Bunde
fröhlich in der Isarstadt.
Doch die Kunst allein ist trocken,
Schweizer greift zum Maßkrug kühn
Lasset hoch Helvetia leben
In den Farben rot-weiß-grün.
Rheno Juvavia Grün die Täler, grün die Höhen
An der Salzach und am Rhein
Silbern glänzt des Stromes Welle
Hier wie dort im Sonnenschein.
Flammend rot in allen Herzen
Ist die Lieb zum Vaterland, so umschlinget deutsche Stämme
Rheno-Juvavias Burschenband.